Ich will mich aber „rechtfertigen“!

Eine oft gehörte Kritik: Ihr braucht Euch nicht zu rechtfertigen!
Ich versuche diese Kritik hier zu analysieren.

NEIN, ich will mich nicht rechtfertigen für unsere Rechtfertigung!

Als Erstes vermute ich, dass unsere offene Selbstreflektion mit Rechtfertigung verwechselt wird.

Sorry Leute, ich möchte euch nichts recht machen!
Ich will Euch zum (Mit)denken animieren!

Wir (Branko und ich) wollen Euch einladen mit uns zusammen zu diskutieren, unsere und Eure Fragen zu klären, mit uns zusammen zu lernen. Wir verstehen uns als eine Art Selbsthilfegruppe. Wir haben auch nicht die Patentlösung für die Zeitnot, Zeitkrisen, Unzufriedenheit, Gesellschaftlichen Wahnsinn …

Was wir aber wissen ist, wir brauchen nicht darauf zu warten, dass die Politik oder andere Institutionen etwas ändern. Jeder muss selbst in seinem persönlichem Umfeld, an seiner Einstellung, an seinem Leben, also sich selbst verändern.
Das geht nur mit Selbstreflektion und kritischem Umgang mit den eigenen Verhaltens- und Denkmustern. Wir erläutern unsere Muster und Gedanken laut um zu untersuchen ob wir noch richtig Ticken! Wir betreiben Fehlersuche in unserem eigenen (Denk)System. Ich befürchte, das wird oft mit Rechtfertigung verwechselt.

Um meine Meinung zu verdeutlichen, hier ein Zitat aus einer E-Mail an uns von einer Psychologin:

„… Sicherlich könnt ihr eure Hörer nicht vor bestimmten Erfahrungen „bewahren“. Allerdings könnt ihr ihnen zumindest einen möglichen Weg aufzeigen, mit den Hochs (!!) und Tiefs des Alltags umzugehen. Als Psychologin kann ich sagen, dass es verdammt schwer ist „Verhalten“ (i.S.v. Handlungen) zu verändern. Ein erster Ansatz ist -und das macht ihr sehr stark- eigene Denkstrukturen bewusst zu machen und dann entweder für sich anzunehmen oder ggf. zu verändern. Letzteres kostet sehr viel Kraft + Energie und geht dann wiederum meist mit positiven und negativen Erfahrungen einher (Stichwort aus der Psychologie: Erleben von Selbst- & Handlungswirksamkeit). So viel jetzt aus der Psycho-Ecke;).
Generell finde ich, dass ihr beide (für mich) sehr beeindruckende Menschen seid, oft sehr reflektiert aber auch mit viel Leidenschaft in/an der Sache. Ich finde es super zu hören, wie ihr „neue“ Dinge einfach anpackt (Ich sag nur Stammtisch oder sich schrittweise zu fragen, was man (minimalistisch) fürs Leben braucht). …“

Zusammenfassung:
Wer sich an der “Rechtfertigung“ stört: It’s not a bug it’s a feature!!!

Ein Gedanke zu „Ich will mich aber „rechtfertigen“!

  1. Ich habe diese Rechtfertigungsproblematik bisher ohnehin nicht nachvollziehen können. Wo bitte besteht überhaupt das Problem, wenn jemand ausführlich die Gründe für sein Denken oder Handeln darlegt?
    “Du brauchst dich nicht zu rechtfertigen”. Ne, brauchen vielleicht nicht, aber es ist doch eine Kulturleistung, wenn jemand sich Gedanken macht, warum er etwas tut oder lässt. In diesem Sinne genieße ich euer Rechtfertigungs-feature weiterhin.
    Liebe Grüße, Marco

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