ZGP001 „Rosa | Beschleunigung | Einleitung“

zeitgenossen001Die erste Folge der Zeitgenossen beschäftigt sich mit der Einleitung zu Hartmut Rosas Buch „Beschleunigung – Die Veränderung der Zeitstrukturen in der Moderne“.

Nach einigen allgemeinen Worten zum Buch und unserem Vorgehen, arbeiten wir uns Punkt für Punkt durch die dreigliedrige Einführung.

Diese Folge anhören…

 

Im ersten Teil mit dem Titel „Zeitstrukturen in der Gesellschaft“ beschäftigt sich Rosa mit dem Stand der zeitsoziologischen Forschung, grundlegenden Begriffen von Zeitstrukturen und -horizonten und der gesellschaftspolitischen Dimension der Zeitfrage, sowie der daraus für das Buch erwachsende Programmatik.

Der zweite Teil, überschrieben mit „Zwei Zeitdiagnosen der Gegenwart“, charakterisiert die Moderne als Erfahrung von Beschleunigung und weist auf die Paradoxie von „Sozialer Beschleunigung“ und „Gesellschaftlicher Erstarrung“ hin, die zu einem „Rasenden Stillstand“ zusammengefasst werden können. Für Rosa hat das Maß diese Beschleunigung in der Gegenwart einen kritischen Punkt überschritten, jenseits dessen der bisherige gesellschaftliche Status Quo nicht mehr aufrecht zu erhalten ist.

In „Vorüberlegungen zu einer Theorie der sozialen Beschleunigung“, dem dritten Teil der Einleitung, erläutert Rosa seine Ausgangshypothese („Die Erfahrung der Moderne ist die Erfahrung der Beschleunigung.“) und sein methodisches Vorgehen im Buch. Ferner geht er auf verschiedene Einwände seine Argumentation betreffend ein und versucht diese schon im Vorfeld auszuräumen. Am Ende fordert er nicht weniger als eine Revolutionierung unseres Zeitbegriffs und als Fernziel eine „Soziologie des guten Lebens“.

Hartmut Rosas Buch „Beschleunigung – Die Veränderung der Zeitstrukturen in der Moderne“ in der Wikipedia.

7 Gedanken zu „ZGP001 „Rosa | Beschleunigung | Einleitung“

  1. Hallo Ihr beiden,
    Sehr schöner Podcast und das Thema trifft genau meinen Nerf.
    In mir habt Ihr einen neuen Stammhörer. Um auf den Inhalt hier Bezug
    zu nehmen habe Ich gerade keine Zeit;) Aber lasst Euch sagen, das man
    Euch sehr gut zu hören kann, da Ihr beide sehr angenehme Stimmen habt.
    Die Denkpausen fallen zwar hier und da tatsächlich auf, ich empfinde Sie aber
    nicht als störend.
    Ich freue mich auf viele Episoden

    Gruß

    Dennis

  2. Hallo Dennis,
    vielen Dank, für Flattr und doppelt Danke für dein Kommentar (w der investierten Zeit) 🙂
    Schönen Gruß!
    Eugenia

  3. Kommentar aus der Zukunft *g*

    Zum Thema Sakralzeit: Ich glaube, dass der Sonntag schon weitaus angekratzter ist als viele Menschen sich das klar machen. Ich arbeite momentan beispielsweise fast jeden Sonntag, und das nicht in der Pflege wo es jedem einleuchtet, dass immer jemand da sein muss, sondern in ner Fastfood-Bude. Und zwar ganz selbstverständlich ohne jeglichen Wochenendzuschlag oder sonstiges. GLEICHZEITIG würde ich die These aufstellen, dass die jenigen Geschäftsführer/Manager/Kapitalisten eben doch auf die Straße gehen würden, wenn dies auch für sie gelten würde. Die Zeitsouveränität des Einen ist eben nicht die des Anderen, hier ist es – wie immer in der Soziologie – auch wichtig, die Machtfrage mitzudenken.

  4. Also ich finde es total doof, dass sich die Frau Allerdings so krass desynchronisiert und dann Ihre ganze Individualzeit die Sie sich auf UNSERE KOSTEN gönnt, ja gar von uns allen erschleicht, und sich so wenig Notizen zu Rosas Buch macht.

    Nee, im ernst – ich finde Euren Podcast total super – fühlt Euch durchgeflattrt 😉

    Mich würde mal interessieren, ob die Sakralzeit in islamisch oder hinduistisch geprägten Ländern anders wahrgenommen wird. Um mal ein extremes Beispiel zu nennen: der Hadsch zur Kaaba “kostet” ja richtig viel Zeit – es ist ja schon eine lebenszeitliche Entscheidung für manche, die dort hin pilgern. Wir christlich geprägten nehmen uns halt jede Woche einen Tag. Andere nehmen sich einmal alle paar Jahre oder einmal im Leben mehrere Monate Sakralzeit.

    Wie verändert das die Gesellschaft? Hätte so etwas wie unser kapitalisch geprägtes Zeitgefühl überhaupt in einer islamisch geprägten Kultur auftreten können?

  5. Vielen Dank für eure Mühen das Buch von Herrn Rosa aus dem Wissenschaftssprech in Alltagssprache zu übersetzen. Ihr macht das auf eine sehr angenehme Art und Weise. Ich bin auf die weiteren Folgen sehr gespannt.

    Inhalt: So ganz aufgeben will ich den Gedanken auf einen Ausstieg aus dem Hamsterrad nicht. Und ich glaube viele Menschen denken so (Fast 10 Millionen regelmäßige Lottospieler können nicht irren.)

    Tolle Themen, vielleicht sprecht ihr irgendwann auch einmal über die Folgen des technischen Fortschritts in Bezug auf die genannten 20-25 Prozent nötigen Menschen um den Laden am Laufen zu halten. Ich empfehle hier das Buch “Die Zukunft der Technologien” von Karlheinz Steinmüller und “Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft” von Jeremy Rifkin.

    Viele liebe Grüße, Marco

  6. Als Stammhörer der neueren Folgen (bin etwa bei Paech eingestiegen) habe ich heute für einen sonnigen Balkon-Sofa-Mittag eine ältere Folge rausgesucht und bin auf diese gestoßen. Habe dabei Hartmund Rosa kennengelernt, sehr interessante Quelle, die ich, im Gegensatz zu Nico Paech noch garnicht vorher kannte.

    Ihr seid ein paarmal auf das unterschiedliche Umgehen in der Zeit in verschiedenen Ländern gekommen. Hat mich fast gewundert, dass Ihr dabei das Buch “Eine Landkarte der Zeit” nicht erwähnt hattet. Sehr lesenswert, falls Ihr es noch nicht kennt.

  7. Hallo Eugenia und Branko,

    vor Jahrzehnten, als er erschien, entdeckte ich den Film Koyaanisqatsi und habe ihn über zehnmal im Kino angesehen. Ein Film, der sehr gut die Verdichtung der Zeit in der Postmoderne illustriert. Man muss ihn eigentlich im Kino sehen, weil einem nur auf der großen Leinwand die Macht der Bilder und mit entsprechender Beschallung die wunderbare Musik von Philip Glass so richtig unter die Haut gehen, aber trotzdem verschweige ich nicht, dass man ihn auch aus Vimeo ansehen kann.

    Gruß Bernhard

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